Schwelle
Es ist 2:32 Uhr.
Alles in mir ist schwer.
Der Kopf voll.
Der Körper müde.
Und trotzdem wach.
Heute habe ich mit meinem Partner entschieden, dass ich mich stationär behandeln lasse.
Das auszusprechen fühlt sich komisch an.
Fremd.
Es macht mir Angst.
Aber ich weiß, dass ich gerade einen Ort brauche, der mich hält.
Einen Rahmen, in dem ich nicht funktionieren muss.
Ob es richtig ist, weiß ich nicht. Ich habe viele Zweifel.
Viele „Aber“.
Und trotzdem gibt es diesen einen Wunsch: wieder stabil werden.
Wieder atmen können.
Ich sehne mich nach Normalität.
Nach Tagen, die nicht so schwer sind.
Nach Ausflügen mit meiner Familie.
Nach einem echten Lächeln.
Nach Schlaf, der mich wirklich erholt.
Nach einem Körper, der nicht ständig Alarm schlägt.
Vor allem sehne ich mich nach einer Laura, die wieder da ist.
Die sich wieder spürt. Die wieder Freude fühlt.
Ich bin heute nicht mit dem Gedanken zum Erstgespräch gegangen, mich einweisen zu lassen. Aber während ich erzählt habe, wurde mir klar, wie sehr ich kämpfe.
Wie viel ich getragen habe. Wie viel ich geweint habe.
Und trotzdem war da vorhin ein Moment von Erleichterung.
Ganz leise.
Erleichterung, dass ich für eine kurze Zeit abgeben darf.
Auch wenn es sich egoistisch anfühlt.
Auch wenn ich weiß, was das für meinen Partner bedeutet.
Und ja — es tut mir leid. Sehr.
Der Gedanke, meine Kinder nicht regelmäßig zu sehen, tut weh.
Aber der Gedanke, dass es wieder gut werden kann, ist größer.
Und an dem halte ich mich fest.
Laura.