Freibad im Kopf
Ich liege im Garten in der Hängematte.
Augen geschlossen. Genieße die Sonne.
Ich höre meine zwei Männer Fußball spielen, die Vögel, die Nachbarn – die auf ihrem Balkon Musik hören. Und ich mittendrin.
Es ist Sonntag. Und es fühlt sich ein bisschen an wie früher im Freibad.
Nur dass die Pommes fehlen.
Und meine Bikinifigur.
Meine Gedanken sind gerade irgendwie befreit.
Unser Garten ist so ein Safe-Space für mich.
Hier kann mir niemand etwas – nicht mal meine eigenen Gedanken.
Morgen habe ich mein Erstgespräch beim Psychologen.
Nicht der erste Mensch, dem ich meine Geschichte erzähle. Aber ich hoffe, der letzte, dem ich das alles noch einmal schildern muss. Das macht nämlich extrem müde.
Trotzdem bin ich positiv gestimmt und bereit.
Bereit, dass mich jetzt doch mal jemand an die Hand nimmt und ein paar gute Tipps und Tricks für mich hat.
Gleichzeitig weiß ich, dass ich mich weiterhin mit mir auseinandersetzen muss.
Ich glaube, das kann ich ganz gut.
Ich kann da sitzen und einfach nur atmen.
Und manchmal, wenn ich ganz tief in mich hineinhorche, trifft es mich kurz wie ein Blitz, weil dann der Gedanke wiederkommt: „Ach ja, das ist ja mein Leben.“
Und morgen ist wieder Montag. Alle gehen wieder ihrer Tätigkeit nach.
Alle haben Stress im Kopf, tausend Aufgaben.
Die Welt dreht sich mit ungefähr 1.000 km pro Stunde.
Für alle gleich schnell. Nur für mich steht sie gefühlt still.
Sie dreht sich nach meinem Tempo.
Fühlt sich ein bisschen an wie ein Faultier.
Und trotzdem werde ich morgen wieder zeitig aufstehen und mir Aufgaben stellen: Geschirrspüler, Wäsche, nebenbei nachdenken, PMR mit Spotify, ein paar Kontakte pflegen – und mich fragen, was jetzt eigentlich der Sinn meines Lebens ist.
Was ist eigentlich dein Sinn im Leben? Hast du den schon gefunden?
Und während ich das so schreibe, muss ich zwischendurch auch mal den Fußball zu meinen Männern zurückschießen.
Treffer.
Natürlich.
Laura.