Ich übe
Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Der Frühling kommt, und ich habe große Lust auf warme Temperaturen. Ich vergesse nur jedes Jahr aufs Neue, dass ich gegen alle Pollen da draußen allergisch reagiere.
Das Aufstehen fällt mir nicht jeden Tag leicht. Eigentlich fällt es mir gar nicht mehr leicht. Das Einschlafen fällt mir schwer, und das Durchschlafen hängt sich direkt mit dran.
Gedanken können extrem laut sein. Und ich meine wirklich extrem laut. Das ist nicht nur ein Gedanke, der mal vorbeifliegt und dir zuwinkt. Nein, der landet und setzt sich einfach mit an die Bettkante. Und er erzählt dir Gruselgeschichten. Nie kommt er und erzählt mir von tollen Träumen, Ausflügen und Co.
Es gibt einige Methoden, die dieses Gedankenkarussell durchbrechen könnten. Und ich versuche es jeden Tag aufs Neue. Manchmal klappt es, manchmal nicht.
Mir wird gesagt, dass ich genau das jeden Tag üben muss.
Ich muss tatsächlich üben, wieder Herr meines Kopfes zu werden. Wie verrückt ist das bitte. Und wie verrückt ist es, sich nicht für verrückt zu halten.
Du glaubst gar nicht, wie oft ich Momente habe, in denen ich einfach nur aus dem Fenster schaue und mich frage: „Was ist da eigentlich mit dir passiert?“
Und die Frage kann ich mir nicht beantworten.
Aber ich weiß, dass ich mich mit 35 Jahren ganz neu kennenlernen darf.
Es als Chance nutzen sollte, mein Leben wirklich zu hinterfragen. Und Fragen können unangenehm sein. Entscheidungen auch.
Aber kleine Schritte bringen mich wahrscheinlich zu meinem persönlichen großen Ziel.
Ist es leicht?
Gar nicht. Jeder Tag fühlt sich wie ein Neuanfang an. Entweder ich mache etwas draus oder ich versinke in Selbstmitleid. Ich habe jeden Tag die Wahl.
Laura.