Atmen
Wie definiert man eigentlich Freiheit?
Was bedeutet Freiheit für Menschen?
Fühlen sie sich frei, wenn finanzielle Sicherheit da ist?
Oder wenn sie von jedem Ort der Welt arbeiten können?
Fühlen sie sich frei, wenn sie jeden Tag von Montag bis Freitag zur Arbeit gehen und den Feierabend zu Hause oder im Garten verbringen?
Fühlen sich Menschen frei, wenn sie in einer Beziehung leben, aber trotzdem wechselnde Bettpartner haben?
Fühlen sie sich frei, wenn sie regelmäßig reisen können?
Für manche bedeutet Freiheit Ruhe.
Für andere bedeutet sie Bewegung.
Für wieder andere bedeutet sie, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein.
Und manche fühlen sich erst dann frei, wenn sie sich geborgen fühlen.
Es gibt tausend Varianten von Freiheit.
Und jeder Mensch fühlt sie ein kleines Stück anders.
Die einen wünschen sich politische Freiheit, andere soziale Freiheit – und ich wünsche mir persönliche Freiheit.
Selbstbestimmung.
Ehrliche Kommunikation.
Die Möglichkeit, meinen eigenen Rhythmus zu leben.
Freiheit bedeutet für mich auch, nicht ständig funktionieren zu müssen.
Nicht jeden Tag stark sein zu müssen.
Nicht in Rollen zu passen, die mir nicht entsprechen.
Freiheit bedeutet, atmen zu können, ohne vorher zu fragen, ob es jemandem passt.
Kann ich das einfach?
Geht das überhaupt?
Ich habe unendlich viele Fragen dazu.
Und gleichzeitig weiß ich, dass ich sie nur selbst beantworten kann.
Dass ich über mein Leben bestimme.
Dass ich die Entscheidungen treffen muss – und niemand anderes das für mich übernehmen kann.
Aber welche anderen Freiheiten muss ich dafür aufgeben?
Welche Türen schließen sich, wenn ich eine bestimmte öffne?
Und welche Türen bleiben vielleicht für immer zu, wenn ich mich nicht traue, den ersten Schritt zu machen?
Schwierig.
Ich möchte glücklich sein.
Nicht nur am Wochenende.
Sondern jeden Tag.
Von Montag bis Sonntag.
Sicher, jetzt werden manche die Augen rollen. „Wir sind doch nicht bei Wünsch dir was – Geld brauchst du doch auch.“
Natürlich brauche ich Geld.
Aber wie viel Geld reicht wirklich, um glücklich zu sein?
Und wie viel davon ist nur Ersatz für etwas, das eigentlich ganz woanders fehlt?
Laura.